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Pidi
heisst nicht Peter, wie man vielleicht denken könnte, sondern eben
anders. Pidi ist im Allgemeinen anders als andere, und das finden Kudi
und ich recht so. Es gefällt uns sogar, obwohl wir, das heisst,
besonders ICH, mir manchmal für einige Sekunden Sorgen um seinen
Gesundheitszustand mache, wenn ich seine Wohnung betrete. Alle, die
nicht verstehen, was ich meine, wenn ich sage, man komme sich wie in
"Misery" oder sonst einem Psychopathenfilm vor in dieser Wohnung,
sollen doch mal ein Besüchlein machen beim Peter, eine Trompete
zu sich nehmen und dann ein wenig auf dem Rücken liegen. Ich habe
mal in besonders fortgeschrittenem Stadium damit begonnen, nachzuzählen,
wie viele KISS-Schriftzüge (Original mit nicht parallelen Linien,
oder Pitschli?) ich in meinem Blickfeld sehe. Das löscht dir aber
definitiv ab. Da liegt ein Vermögen, hängt an den Wänden
und steht auf den Kommoden, und überall, aber wirklich ÜBERALL
steht KISS drauf. Ich war 1993 mal mit Pidi in Augsburg auf einer Kiss-Convention
mit Peter Criss (der mit der schlechtesten Maske...). Diese Convention
gehört zu den wenigen Erlebnissen in meinem Leben, die mich wirklich
für alle Zeit beschäftigen werden. Nachdem man sowas gesehen
hat, sieht man die Welt sofort mit ganz anderen Augen. So weit, so gut,
so what? Natürlich hört Pidi nebenbei auch ganz normale Musik;
er hat's trotz seines Alters (Bandsenior)noch immer sehr gern, wenn's
tüchtig kesselt. Ein wenig vergammelt darf es beim Peter schon
sein und gegen voll daneben hat er auch nichts. Manchmal hat er dann
das eine oder andere Videoschmankerl parat: Fast durchwegs Zeugnisse
von gescheiterten Existenzen, wie sie kurz vor oder gerade am durchdrehen
sind. Stichwort: die Russen. Da wir beide einen ähnlich exquisiten
Geschmack haben, kommt es vor, dass wir einige Videos nur zu zweit ansehen
können, weil es sonst keinen so richtig anspricht. Mit dem Pitsch
habe ich schon hunderte von Stunden vor der Anlage und der Glotze verbracht,
a million beers getrunken. GZ und SZ halt, wie wir das jeden Abend um
halb acht auf RTL sehen, einfach besser, versteht sich. Beim Musikmachen
selber sind wir uns punkto Material- und Körperverschleiss nicht
unähnlich. Ein Konzert, bei dem nicht mindestens ein paar Stöcke
verholzt, ein Becken gespalten, eine Fussmaschine zu Tode getschalpt
und ein Halswirbel verschoben wurde, kann irgendwie kein richtig geiles
gewesen sein. Pierre ist aber, das muss jetzt doch gesagt werden, ein
richtiger Sauhund auf der Bühne. Er hat nämlich mit dem Anspucken
angefangen. Auch mit dem Bier und mit diesem Kunstblut (mit der Zungenlänge
hapert's noch ein wenig) und deshalb ist ER der Sauhund. Er spielt aber
gut, der Berger, oder? P.S. Pidi hat Ken-Pfannen zu Hause und einen
Barbieherd. Enter Pidis KISS World... |
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